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Welche Versicherung brauchst Du bei der Fahrzeugüberführung?

Du holst einen Kombi beim Autohaus ab, fährst 300 Kilometer über die Autobahn und übergibst ihn beim Kunden. Auf dem Weg kracht ein Steinschlag in die Frontscheibe oder Du touchierst beim Rangieren einen Poller. Wer zahlt jetzt für den Schaden am fremden Fahrzeug? Genau an dieser Stelle merken viele Überführer zum ersten Mal, dass ihr Versicherungsschutz eine Lücke hat.

Bei der gewerblichen Fahrzeugüberführung brauchst Du mehr als das rote Kennzeichen. Es geht um drei verschiedene Ebenen der Absicherung, die jeweils etwas anderes leisten. Wer nur eine davon abschließt, trägt am Ende oft die teuersten Schäden selbst.

Was leistet die Kfz-Haftpflicht über das Kennzeichen?

Jedes Fahrzeug, das im öffentlichen Verkehr bewegt wird, braucht eine Kfz-Haftpflicht. Bei einer Überführung läuft dieser Schutz meist über ein Kurzzeitkennzeichen, das Du mit einer eVB-Nummer bei der Zulassungsstelle beantragst. Diese Pflichtversicherung springt ein, wenn das überführte Fahrzeug einem Dritten einen Schaden zufügt.

Ein Beispiel macht das greifbar. Du fährst mit dem Kundenwagen an einer Ampel auf den vorderen Pkw auf. Die Reparatur des fremden Fahrzeugs vor Dir übernimmt die Kfz-Haftpflicht des Kennzeichens. So weit, so gut. Der Haken kommt beim eigenen Objekt Deiner Arbeit, also dem überführten Auto selbst. Für dessen Schäden zahlt das Kennzeichen keinen Cent.

Warum reicht das Kurzzeitkennzeichen allein nicht aus?

Das Kurzzeitkennzeichen deckt ausschließlich die Haftpflicht gegenüber Dritten. Der Wagen, den Du gerade überführst, bleibt außen vor. Beschädigst Du dieses Kundenfahrzeug, hilft weder das Kennzeichen noch eine gewöhnliche Betriebshaftpflicht zuverlässig weiter. Damit stehst Du mit einem oft fünfstelligen Betrag alleine da.

Die Schäden, um die es hier geht, nennt man Obhutsschäden. Der Begriff beschreibt Schäden an einer fremden Sache, die sich zum Zeitpunkt des Schadens in Deiner Obhut befindet. Und weil ein hochwertiges Leasingfahrzeug schnell 40.000 Euro und mehr wert ist, wird diese Lücke schnell zum größten Kostenrisiko Deiner Tätigkeit. Die folgenden Situationen führen in der Praxis regelmäßig zu Obhutsschäden:

  • Kratzer und Dellen beim Ein- und Ausparken auf engen Höfen
  • Steinschlag in der Windschutzscheibe auf langen Autobahnetappen
  • Beschädigte Felgen durch Bordsteinkanten in der Stadt
  • Auffahrschäden im dichten Berufsverkehr
  • Marderbiss oder Sturmschaden während einer Übernachtung unterwegs

Welche drei Versicherungen brauchst Du wirklich?

Sauber abgesichert bist Du erst, wenn drei Bausteine ineinandergreifen. Jeder deckt eine andere Art von Schaden ab, und keiner ersetzt den anderen. Die Kfz-Haftpflicht kümmert sich um Schäden am Eigentum Dritter im Straßenverkehr. Die Betriebshaftpflicht deckt Personen- und Sachschäden Dritter, die aus Deiner beruflichen Tätigkeit entstehen. Die Obhutsdeckung schützt das überführte Kundenfahrzeug selbst.

Für gewerbliche Überführer ist die Obhutsdeckung der wichtigste Baustein, gerade weil sie am häufigsten fehlt. Viele Standard-Betriebshaftpflichten schließen Obhutsschäden nämlich ausdrücklich aus. Die folgende Übersicht ordnet die drei Ebenen und zeigt Dir, wer wofür einsteht:

VersicherungDeckt abTypisches BeispielPflicht?
Kfz-Haftpflicht (Kennzeichen)Schäden, die das Fahrzeug Dritten zufügtAuffahren auf fremden PkwJa
BetriebshaftpflichtPersonen- und Sachschäden Dritter aus der TätigkeitBeschädigte Hofeinrichtung beim KundenDringend empfohlen
Obhuts- bzw. DienstreisekaskoSchäden am überführten Kundenfahrzeug selbstSteinschlag, Delle, FelgenschadenFaktisch unverzichtbar

Was verlangen Auftraggeber wie Leasinggesellschaften und Autohäuser?

Wer regelmäßig für professionelle Auftraggeber fährt, kommt an einem Obhutsnachweis kaum vorbei. Leasinggesellschaften, Autohäuser und Vermieter geben ihre Fahrzeuge nur ungern in fremde Hände, ohne das Kaskorisiko abgedeckt zu sehen. Große Namen wie SIXT oder Hertz fragen den Nachweis oft schon bei der Beauftragung ab.

Für Dich als Dienstleister ist das ein doppelter Vorteil. Du erfüllst die Anforderung des Auftraggebers und gewinnst dadurch Zugang zu größeren Aufträgen. Ohne den passenden Schutz schließt Du Dich von einem beträchtlichen Teil des Marktes selbst aus. Diese Auftraggeber fragen den Obhutsnachweis besonders häufig ab:

  • Autovermieter mit großen Flotten und häufigen Standortwechseln
  • Leasinggesellschaften bei Rückführungen am Vertragsende
  • Autohäuser beim Transport von Neu- und Gebrauchtwagen
  • Hersteller und Importeure mit festen Logistikketten

Wie sieht es bei Überführungen ins Ausland aus?

Sobald Du eine Grenze überquerst, kommt eine weitere Frage hinzu. In manchen Ländern brauchst Du zusätzlich zur Kfz-Haftpflicht einen gesonderten Nachweis, dass der Schutz auch dort gilt. Dafür gibt es die internationale Versicherungskarte, die früher als grüne Karte bekannt war. Sie belegt den Haftpflichtschutz für die Überführung in bestimmte Staaten.

Prüfe vor jeder Auslandsfahrt genau, welcher Nachweis am Zielort und auf der gesamten Strecke verlangt wird. Kläre außerdem, ob Deine Obhutsdeckung im Ausland ebenfalls greift, denn hier gibt es je nach Vertrag Unterschiede. Bei einer Fahrt von München nach Norditalien gelten andere Voraussetzungen als bei einer Tour bis nach Osteuropa. Ein kurzer Anruf vorab erspart Dir im Schadenfall viel Ärger.

Wie stellst Du die passende Kombination zusammen?

Die richtige Absicherung hängt davon ab, wie oft Du fährst, welche Fahrzeugwerte Du bewegst und ob Auslandsfahrten dazugehören. Ein Fahrer, der gelegentlich Gebrauchtwagen im Umkreis überführt, braucht einen anderen Schutz als ein Betrieb mit mehreren Fahrern und täglichen Leasingrückführungen. Aus diesem Grund lohnt sich ein Blick auf Deine konkrete Auftragslage, bevor Du einen Vertrag unterschreibst.

Als unabhängiger Versicherungsmakler ist COVAGO an keine Gesellschaft gebunden und vergleicht den Markt für Dich. Wir stellen die Kombination aus Haftpflicht und Obhutsdeckung zusammen, die zu Deinem Betrieb passt, und achten dabei besonders auf die Ausschlüsse im Kleingedruckten. So weißt Du vor der nächsten Fahrt genau, welcher Schaden gedeckt ist und welcher nicht.

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COVAGO
Über den Autor

COVAGO

Begleitet Überführungsdienste, Autohäuser und Fuhrparkdienstleister bei der passenden Absicherung. Schwerpunkt: Obhutsschäden und Haftung bei der Überführung fremder Fahrzeuge.