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Wie hoch sind die Überführungskosten für ein Auto?

Ein Auto von A nach B zu bringen, kostet schnell mehr, als viele beim Kauf einrechnen. Ob Du den Wagen selbst abholst oder einen Dienstleister beauftragst, macht beim Preis einen deutlichen Unterschied. Grob bewegst Du Dich zwischen 30 € für ein Kurzzeitkennzeichen und mehreren hundert Euro für eine professionelle Fahrt auf eigener Achse quer durch Deutschland.

Damit Du besser einschätzen kannst, was auf Dich zukommt, gehen wir die üblichen Varianten der Reihe nach durch. Du bekommst echte Preisspannen, ein Rechenbeispiel und die Punkte, die den Endbetrag nach oben oder unten ziehen.

Was kostet es, ein Auto selbst zu überführen?

Wenn Du den Wagen selbst holst, brauchst Du meist ein Kurzzeitkennzeichen samt Versicherung. Das liegt zusammen etwa bei 30 bis 70 €, abhängig von Zulassungsstelle und Versicherer. Voraussetzung ist ein fahrbereites Fahrzeug mit gültiger Hauptuntersuchung, sonst bekommst Du das Kennzeichen gar nicht erst.

Auf dem Papier klingt das günstig. Dazu kommen aber Sprit, Deine eigene Arbeitszeit und die Rückreise, oft per Bahn. Holst Du ein Auto 250 km entfernt ab, bist Du inklusive Anfahrt und Rückweg gut einen Tag beschäftigt. Diese Zeit solltest Du realistisch einpreisen, sonst wirkt die Rechnung schöner, als sie ist.

Diese Posten fallen bei der Selbstüberführung typischerweise an:

  • Kurzzeitkennzeichen inklusive Versicherung: rund 30 bis 70 €
  • Kraftstoff für die Strecke, je nach Verbrauch und Spritpreis
  • Rückreise per Bahn oder Mitfahrgelegenheit
  • Deine eigene Zeit, die Du sonst anders nutzen könntest

Was verlangt ein Dienstleister für die Fahrt auf eigener Achse?

Beauftragst Du einen professionellen Überführer, der das Auto auf eigener Achse fährt, rechnest Du meist pro Kilometer ab. Üblich sind rund 0,95 bis 2,50 € pro km. Auf kurzen Strecken unter 400 km bewegst Du Dich eher am oberen Ende, also 1,50 bis 2,50 € pro km. Bei langen Strecken über 400 km sinkt der Kilometerpreis auf etwa 1,20 bis 2,00 €.

Viele Anbieter setzen einen Mindestpreis an, oft ab etwa 99 € netto, damit sich auch die kurze Fahrt für sie trägt. Für mittlere Distanzen, etwa innerhalb von Nordrhein-Westfalen, landest Du meist bei 120 bis 300 € netto. Der Vorteil gegenüber der Selbstabholung liegt auf der Hand: Du sparst Dir Zeit, Rückreise und Organisation.

Ein Dienstleister lohnt sich besonders in diesen Situationen:

  • Du hast keine Zeit für einen ganzen Fahrtag
  • Die Strecke ist zu weit für eine spontane Rückreise
  • Als Autohaus oder Händler brauchst Du das Fahrzeug schnell am Standort
  • Der Aufwand für Kennzeichen und Versicherung soll wegfallen

Wann lohnt sich der Transporter mit Trailer?

Nicht jedes Fahrzeug sollte auf eigener Achse rollen. Ist der Wagen nicht fahrbereit, sehr hochwertig oder ein Sonderfahrzeug, kommt ein Autotransporter mit Trailer ins Spiel. Der Preis liegt bei rund 1,50 € pro km inklusive, fällt also durch den Trailerzuschlag höher aus als die Fahrt auf eigener Achse.

Dafür bekommst Du mehr Schutz für das Fahrzeug. Der Wagen sammelt keine Kilometer, kein Steinschlag auf der Autobahn, kein Verschleiß. Bei einem Oldtimer, einem Sportwagen oder einem verunfallten Auto rechtfertigt der Aufpreis den Aufwand schnell. Für den Alltagswagen mit gültiger Zulassung bleibt die eigene Achse meist die günstigere Wahl.

Warum sinkt der Preis pro Kilometer bei langer Strecke?

Auf den ersten Blick wirkt es unlogisch, dass die lange Fahrt pro Kilometer günstiger wird. Der Grund liegt in den Fixkosten. Abholung und Übergabe kosten den Überführer immer etwa gleich viel, egal wie weit die Strecke ist. Diese festen Kosten verteilen sich bei 800 km auf viel mehr Kilometer als bei 150 km.

Deshalb zahlst Du auf der Kurzstrecke oft 2,50 € pro km, während dieselbe Firma auf der Langstrecke mit 1,30 € pro km kalkuliert. Für Dich heißt das: Der Kilometerpreis allein sagt wenig aus. Erst der Gesamtpreis im Verhältnis zur Entfernung zeigt, ob ein Angebot fair ist.

Welche Faktoren treiben die Überführungskosten?

Zwei Fahrten über dieselbe Distanz können unterschiedlich viel kosten. Das liegt an einer Handvoll Stellschrauben, die jeder Anbieter anders bewertet. Wer die kennt, versteht sein Angebot besser und kann gezielt nachfragen.

Diese Punkte wirken sich am stärksten auf den Preis aus:

  • Strecke und Gesamtentfernung
  • Eigene Achse oder Transport auf dem Trailer
  • Fahrzeugtyp, etwa Kleinwagen, Transporter oder Sonderfahrzeug
  • Termin und Dringlichkeit, kurzfristig wird oft teurer
  • Region und Verfügbarkeit von Fahrern vor Ort
  • Zulassung und gültige Hauptuntersuchung für die Fahrt auf eigener Achse

Was kostet die Überführung in der Praxis?

Damit die Zahlen greifbarer werden, hilft ein Blick auf ein Rechenbeispiel. Nimm eine Strecke von 250 km. Beim Dienstleister auf eigener Achse zahlst Du dafür etwa 300 bis 500 €. Fährst Du selbst, kommst Du mit rund 60 € für Sprit weg, dazu addierst Du Deine Zeit und die Rückreise.

Die folgende Tabelle stellt die drei Wege für verschiedene Distanzen gegenüber. Die Werte sind Spannen aus dem Markt und dienen Dir als Orientierung, nicht als festes Angebot.

StreckeSelbst mit KurzzeitkennzeichenDienstleister, eigene AchseTransporter mit Trailer
100 kmca. 40 € plus Sprit und Zeitca. 99 bis 250 € nettoca. 150 bis 250 €
250 kmca. 60 € plus Sprit und Zeitca. 300 bis 500 €ca. 350 bis 500 €
500 kmca. 90 € plus Sprit und Rückreiseca. 600 bis 900 €ca. 700 bis 900 €
800 kmca. 130 € plus Sprit und Rückreiseca. 1.000 bis 1.500 €ca. 1.200 bis 1.600 €

Du siehst: Selbst fahren bleibt beim reinen Geldbetrag günstig, kostet Dich aber einen Arbeitstag. Der Dienstleister nimmt Dir diesen Tag ab und liefert das Auto direkt vor die Tür.

Wie sicherst Du die Überführung richtig ab?

Wer beruflich fremde Fahrzeuge überführt, trägt eine besondere Verantwortung. Während der Fahrt liegt das Auto in Deiner Obhut, und schon ein Kratzer beim Rangieren oder ein Schaden auf dem Parkplatz kann teuer werden. Eine reine Kfz-Haftpflicht deckt solche Obhutsschäden am anvertrauten Fahrzeug nicht ab.

Deshalb sichern gewerbliche Überführer ihre Fahrten über eine Obhutsversicherung ab. Sie greift genau dann, wenn dem fremden Fahrzeug während der Überführung etwas passiert. So bleibst Du auch bei einem Schaden handlungsfähig und musst nicht aus eigener Tasche haften. Als unabhängiger Versicherungsmakler nach § 34d GewO vergleichen wir für Dich passende Tarife und erklären Dir, worauf es bei den Deckungssummen ankommt.

Wenn Du regelmäßig Fahrzeuge überführst und Deine Fahrten sauber absichern möchtest, hol Dir bei uns einen ersten Überblick: jetzt kostenloses Angebot anfordern.

COVAGO
Über den Autor

COVAGO

Begleitet Überführungsdienste, Autohäuser und Fuhrparkdienstleister bei der passenden Absicherung. Schwerpunkt: Obhutsschäden und Haftung bei der Überführung fremder Fahrzeuge.