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Selbstständig machen als Fahrzeugüberführer: So gelingt der Start

Autohäuser, Leasinggesellschaften und Autovermieter bewegen jeden Tag tausende Fahrzeuge quer durch Deutschland. Irgendjemand muss diese Wagen von A nach B fahren, und genau daraus ist ein eigener Beruf entstanden: der Fahrzeugüberführer. Wenn Du gern unterwegs bist, gern selbstständig arbeitest und keine Scheu vor wechselnden Orten hast, kannst Du hier mit überschaubarem Startkapital ein eigenes Gewerbe aufbauen.

Der Einstieg ist einfacher, als viele denken, weil Du weder eine spezielle Ausbildung noch eine teure Ausrüstung brauchst. Ein paar formale Schritte gehören trotzdem dazu, und an einer Stelle entscheidet sich, ob Du ruhig schlafen kannst oder mit Deinem Privatvermögen haftest.

Was macht ein Fahrzeugüberführer eigentlich?

Als Überführer holst Du ein Fahrzeug an einem Ort ab und bringst es sicher zum Zielort. Das kann ein Neuwagen sein, der vom Autohaus zum Kunden soll, ein Leasingrückläufer, der zur Aufbereitung muss, oder ein Mietwagen, den eine Autovermietung an einer anderen Station braucht. Meistens fährst Du das Fahrzeug auf eigener Achse, also ganz normal über die Straße.

Das Schöne daran: Du arbeitest ohne festes Büro und ohne Lager. Dein Arbeitsplatz ist der Fahrersitz, Dein Werkzeug der Führerschein. Trotzdem bist Du Unternehmer, sobald Du das gewerblich machst, und dazu gehören ein paar Pflichten, die Du von Anfang an sauber regeln solltest.

Welche Voraussetzungen brauchst Du für den Start?

Eine spezielle Ausbildung verlangt niemand von Dir. Für die Überführung von Pkw reicht der Führerschein der Klasse B. Willst Du auch schwerere Fahrzeuge bewegen, brauchst Du je nach Gewicht die Klasse C oder CE. Fang ruhig mit dem an, was Dein Führerschein hergibt, und erweitere später, wenn Du merkst, dass sich die Nachfrage lohnt.

Wichtiger als jeder Schein ist Vertrauen, denn Du fährst fremde und oft hochwertige Fahrzeuge. Deshalb verlangen viele Auftraggeber und Plattformen ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis ohne Einträge. Ein sauberes Führungszeugnis und ein gepflegtes Auftreten öffnen Dir hier mehr Türen als jedes Zertifikat.

Bevor Du Deinen ersten Auftrag annimmst, solltest Du diese Punkte abgehakt haben. Sie kosten wenig Zeit und ersparen Dir später Ärger mit Auftraggebern, die genau darauf achten.

  • Gültiger Führerschein passend zu den Fahrzeugen, die Du überführen willst
  • Gewerbeanmeldung beim örtlichen Gewerbeamt
  • Aktuelles polizeiliches Führungszeugnis ohne Einträge
  • Ein Smartphone für Navigation, Fotodokumentation und Erreichbarkeit
  • Ein zuverlässiger Weg für die Rückreise, meist per Bahn

Brauchst Du eine Güterkraftverkehrserlaubnis?

Diese Frage sorgt bei Gründern immer wieder für Verunsicherung, deshalb hier die klare Antwort. Wenn Du ein Kundenfahrzeug auf eigener Achse fährst, betreibst Du keinen Güterkraftverkehr. Du transportierst kein Gut auf einem Lkw, sondern bewegst das Fahrzeug selbst. Eine Güterkraftverkehrserlaubnis brauchst Du dafür also nicht.

Anders sieht es aus, sobald Du gewerblich Fahrzeuge auf einem Lkw oder Anhänger über 3,5 t transportierst. Dann greifen die Regeln des Güterkraftverkehrs mitsamt der nötigen Erlaubnis. Für den klassischen Start auf eigener Achse bleibt Dir dieser Aufwand erspart, was den Einstieg deutlich einfacher macht.

Warum ist die Absicherung Dein wichtigster Baustein?

Jetzt kommt der Punkt, an dem sich seriöse Überführer von Glücksrittern unterscheiden. Du fährst regelmäßig Fahrzeuge im Wert von zwanzig-, fünfzig- oder hunderttausend Euro, die Dir nicht gehören. Passiert dabei ein Schaden, geht es schnell um Summen, die eine junge Selbstständigkeit sofort beenden können. Ohne passende Absicherung haftest Du in diesem Fall mit Deinem Privatvermögen.

Der Haken liegt im Detail: Eine normale Betriebshaftpflicht schließt Schäden am überführten Kundenfahrzeug oft ausdrücklich aus. Genau diese sogenannten Obhutsschäden sind aber Dein größtes Risiko. Deshalb brauchst Du zwei Bausteine, die zusammengehören und die Du vor Deinem ersten Auftrag geklärt haben solltest.

BausteinWogegen er schütztWarum Du ihn brauchst
Obhuts- bzw. DienstreisekaskoSchäden am überführten KundenfahrzeugFängt Dellen, Kratzer und Unfälle am fremden Wagen auf, die die Betriebshaftpflicht ausklammert
BetriebshaftpflichtSchäden, die Du Dritten zufügstDeckt Personen- und Sachschäden ab, für die Du als Unternehmer geradestehst

Kläre diese beiden Punkte, bevor Du Dich bei einer Plattform anmeldest. Viele Auftraggeber verlangen den Nachweis ohnehin, und ohne ihn bekommst Du dort keine Fahrten.

Was kostet Dich der Start wirklich?

Die gute Nachricht vorweg: Du brauchst kein großes Startkapital. Die meisten Kosten sind einmalig und überschaubar, und das größte laufende Thema ist Deine Absicherung. Genau hier solltest Du nicht am falschen Ende sparen, weil ein einziger ungedeckter Schaden alle vermeintlichen Ersparnisse um ein Vielfaches übersteigt.

Die folgende Übersicht gibt Dir ein realistisches Gefühl für die typischen Startposten. Die Spannen hängen von Deiner Region, Deiner Rechtsform und Deinem gewählten Versicherungsumfang ab, taugen aber gut als erste Orientierung.

PostenUngefähre KostenHäufigkeit
Gewerbeanmeldung20 bis 60 €einmalig
Polizeiliches Führungszeugnisrund 13 €einmalig, bei Bedarf erneut
Geschäftskonto0 bis 15 € im Monatlaufend
Obhuts- und Betriebshaftpflichtje nach Umfang, monatlicher Beitraglaufend
Buchhaltungssoftware0 bis 20 € im Monatlaufend

Wie kommst Du an Deine ersten Aufträge?

Zwei Wege führen zu Aufträgen, und am Anfang lohnt es sich, beide zu nutzen. Der schnellste Einstieg gelingt über spezialisierte Plattformen wie Onlogist, auf denen Auftraggeber ihre Überführungen ausschreiben. Du siehst dort verfügbare Fahrten, kannst Dich darauf bewerben und baust Dir mit guten Bewertungen nach und nach einen Ruf auf.

Der zweite Weg braucht mehr Geduld, zahlt sich aber langfristig stärker aus: Direktkunden. Autohäuser, Leasinggesellschaften und Autovermieter vergeben Überführungen regelmäßig und schätzen einen zuverlässigen Fahrer, den sie kennen. Wenn Du hier einmal Vertrauen aufgebaut hast, kommen die Aufträge oft ganz ohne Plattformgebühr zu Dir.

  • Bei einer Plattform wie Onlogist registrieren und ein vollständiges Profil anlegen
  • Autohäuser und Vermietungen in Deiner Region persönlich oder telefonisch ansprechen
  • Jede Fahrt sauber dokumentieren, damit Kunden Dich weiterempfehlen
  • Pünktlichkeit und gepflegte Fahrzeugübergabe zu Deinem Markenzeichen machen

In welcher Reihenfolge gehst Du die Gründung an?

Damit Dir kein wichtiger Schritt durchrutscht, hilft eine klare Reihenfolge. Zuerst meldest Du Dein Gewerbe an und entscheidest Dich für eine Rechtsform. Für den Anfang wählen die meisten das Einzelunternehmen, weil es günstig und unkompliziert ist. Später kannst Du bei wachsendem Geschäft immer noch zur GbR oder GmbH wechseln.

Direkt nach der Anmeldung kümmerst Du Dich um die Absicherung, denn ohne sie solltest Du keinen fremden Wagen bewegen. Danach folgen die organisatorischen Dinge, die Deinen Betrieb rundlaufen lassen. Die Tabelle zeigt Dir die sinnvolle Abfolge auf einen Blick.

SchrittWas Du erledigst
1Gewerbe anmelden und Rechtsform wählen
2Obhuts- und Betriebshaftpflicht klären
3Polizeiliches Führungszeugnis besorgen
4Geschäftskonto eröffnen und Buchhaltung aufsetzen
5Bei Plattformen registrieren
6Erste Direktkunden ansprechen

Wie sieht der Alltag als Überführer wirklich aus?

Damit Du weißt, worauf Du Dich einlässt, hier ein ehrlicher Blick auf den Alltag. Deine Arbeitszeiten sind unregelmäßig, und Einsätze am Wochenende gehören dazu. Eine lange Überführung kann bedeuten, dass Du auswärts übernachtest und am nächsten Tag per Bahn zurückfährst, während der Wagen bereits beim Kunden steht.

Der Job ist körperlich fordernder, als er von außen wirkt, weil langes Fahren, Umsteigen und wechselnde Orte auf Dauer an der Substanz zehren. Wer aber gern reist, gern eigenständig arbeitet und sich an fremden Orten schnell zurechtfindet, findet hier einen abwechslungsreichen Weg in die Selbstständigkeit. Kein Tag gleicht dem anderen, und Du siehst mehr von Deutschland als in fast jedem anderen Beruf.

Wenn Du Deinen Start jetzt angehst, kümmere Dich zuerst um den Baustein, der über Deine Existenz entscheidet: die passende Obhuts- und Betriebshaftpflicht. Wir schauen uns Deine Situation an und finden die Absicherung, mit der Du vom ersten Auftrag an ruhig fahren kannst. jetzt kostenloses Angebot anfordern.

COVAGO
Über den Autor

COVAGO

Begleitet Überführungsdienste, Autohäuser und Fuhrparkdienstleister bei der passenden Absicherung. Schwerpunkt: Obhutsschäden und Haftung bei der Überführung fremder Fahrzeuge.